Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 6. März 2001 +++

zur Familienpolitik der Koalition

Brutales System

Grüne und SPD in Baden-Württemberg fordern bei jeder Gelegenheit den Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung für die Null- bis Dreijährigen, also Fremdbetreuung. So ein Krippenplatz kostet zusätzlich zur ortsüblichen Elterngebühr monatlich nochmal 1200 DM an Zuschüssen aus Steuergeldern. Dadurch werden die Mamas/Papas "frei" und können beide Geld verdienen gehen. Fein - kein Knick in der Karriereleiter durchs Kinderkriegen. Nein! Das System ist brutal! Brutal ungerecht denen gegenüber, die wenigsten 3 Jahre beim Kind "daheim" bleiben. Diese Eltern erziehen ihr Kind selbst, verdienen nichts, verlieren Rentenanspruch und ersparen dem Staat pro Kind Ausgaben in Höhe von 1200 DM jeden Monat! Ist das gerecht? Ist das "Familien"-Förderung, wenn die Familien getrennt werden? Diese 1200 DM Steuergelder dürfen nicht an die Familien vorbei in die Krippen fließen, sondern müssen "gleichmäßig" allen Eltern zugute kommen, nicht nur solchen, die ihre Kleinen in fremde Obhut abgeben Tag für Tag.Dann könnten Mama und Papa frei entscheiden, ob sie für ihre Kinder die tägliche Betreuung "kaufen" oder ob sie diese Arbeit zu Hause selbst erbringen. Das gibt mehr Gerechtigkeit und Zufriedenheit fürs gleiche Steuergeld. Eltern, die erwerbstätig sein wollen, lassen dann ihre Kinder (fremd) erziehen. Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen wollen, könnten dies nun selbst tun, weil sie für diese ehrenvolle, anerkennungswürdige Tätigkeit (Ganztagsjob daheim) dasselbe Geld kriegen wie der Hort / die Krippe. Dieser gerechte Lohn wäre endlich dorthin bezahlt, wo die Arbeit und Leistung auch erbracht wird. Kosten würde dies dasselbe, wie wenn weiterhin die Kinder "ab Null" oder "mit Drei" in die Krippe gebracht werden. Aber es wäre mehr Gleichberechtigung. Und vielleicht gäbe es mehr Kinder im Ländle

meint

Gerdi Spengler (3 Kinder)
Eriskirch
Mitglied im ödp-Kreisvorstand