Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 25. März 1998 +++

ödp: mehr Schutz für Streuobstbestände

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) setzt sich weiterhin für einen verstärkten Schutz von Streuobstbeständen ein. Sie läßt sich darin auch nicht von der zuständigen Ministerin Gerdi Staiblin abbringen, die die bestehende gesetzliche Regelung für ausreichend ansieht und weitergehenden gesetzlichen Schutz ablehnt. Anlaß der Diskussion auf der letzten ödp-Kreisversammlung in Markdorf gab das Antwortschreiben der Ministerin auf einen Brief der ödp vom Januar, in dem der Kreisverband seine Forderung an die Ministerin gestellt hatte. Vorausgegangen war eine Nacht- und Nebelaktion im Dezember, der 64 Streuobsthochstämme in Waltenweiler zum Opfer gefallen waren. Diese Aktion beweist nach Auffassung der ödp, ebenso wie die gesamte Entwicklung in den letzten Jahren, daß von einem wirksamen, ausreichenden Schutz eben nicht gesprochen werden kann. Folglich müssen dringend weitere Maßnahmen getroffen werden, um den bedrohlichen Rückgang dieser für die Bodenseelandschaft so typischen und für die Umwelt so wertvollen Restbestände aufzuhalten. Die ödp kritisiert besonders die im Schreiben der Ministerin erkennbare Abwälzung der Zuständigkeit - und damit auch der Verantwortung - auf die Kommunen, die Streuobstbestände durch Ausweisung als Geschützte Grünbestände schützen können. Mit dem gegenseitigen Hin- und Herschieben der Verantwortung in dieser Frage zwischen Land und Gemeinden ist uns nicht geholfen, stellte die ödp-Kreisvorsitzende Ruth Bärenweiler fest. Sie verwies dabei auf einen Interessenkonflikt zwischen Naturschutz und Siedlungsentwicklung, dem der
Naturschutz häufig zum Opfer fäIlt: Streuobstbestände liegen zumeist siedlungsnah und sind allein deshalb schon oft als potentielles Bauland in ihrem Bestand gefährdet. Aus diesem Grund fordert die ödp, den Schutz der Streuobstbeständen nicht den Gemeinden zu überlassen, sondern landesweit zu regeln. Vom Land erwartet die ödp neben direkten Schutzmaßnahmen auch stärkere Hilfe für die betroffenen Landwirte entsprechend ihrem tatsächlichen Aufwand für die Hochstammpflege und damit die gebührende Anerkennung ihrer für Landschaft und Natur so wichtige Leistung. Unabhängig von staatlicher Förderung ist der ödp bewußt: Streuobstbestände können nur dauerhaft überleben, wenn auch eine Nachfrage nach den darauf erzeugten Produkten besteht. Hier haben die Verbraucher eine Schlüsselstellung: ein dauerhafter Schutz geht über den Markt, wie die stellvertretende Kreisvorsitzende Monika Marschall-Büchele feststellte. Die ödp fordert deshalb die Verbraucher auf, vertstärkt das von BUND und NABU initiierte Apfelsaftprojekt durch Kauf von Saft aus Streuobstbeständen zu unterstützen und damit ihren Beitrag zum Schutz der Umwelt zu leisten.