Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 27. November 1998 +++

ödp bleibt bei Ablehnung der Katamaranverbindung Friedrichshafen-Konstanz

Kein Landeszuschuß für die Katamaran-Verbindung zwischen Friedrichshafen und Konstanz, bevor die von Ministerpräsident Erwin Teufel geforderten ausführlichen Untersuchungen über mögliche Auswirkungen dieses Projektes auf Natur und Umwelt durchgeführt sind. Dies fordert der Kreisverband der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) in einem Brief an Ministerpräsident Teufel. Die ödp verweist darin auf die letzte Sitzung der Internationalen Bodenseekonferenz in St. Gallen, auf der sich dieses Gremium in Übereinstimmung mit Teufel für weitere grundlegende Untersuchungen ausgesprochen hat, über deren Ergebnisse dann Ende des Jahres 1998 nochmals diskutiert werden soll. Solche Untersuchungen und die darauf folgende Diskussion haben aber nach Auffassung der ödp nur dann einen Sinn, wenn davon die Bewilligung der 6 bis 7 Millionen DM Landeszuschuß abhängig gemacht wird. Andernfalls wären mit der Zusage dieser Mittel bereits unumkehrbare Entscheidungen getroffen, evtl spätere Gutachten dadurch nutzlos. Bis zum jetzigen Zeitpunkt liegen nach ödp-Informationen noch keine umfassenden Untersuchungen über die ökologischen Auswirkungen dieses Projektes vor. Auch die von der Sozialistischen Bodensee-Internationale und ihrem Vizepräsidenten, dem Friedrichshafener SPD- Landtagsabgeordneten Norbert Zeller, genannte angebliche Unbedenklichkeitserklärung des Seenforschungsinstituts Langenargen hat sich als falsche Information herausgestellt, wie das Institut gegenüber Max Mack vom ödp-Kreisverband auf Anfrage bestätigte. Eine solche Erklärung, versicherte der Leiter dieses Instituts Dr. Müller, liegt nicht vor. Es entspricht daher wohl eher den Wunschvorstellungen einiger Sozialdemokraten als den gegebenen Tatsachen. Tatsachen sind hingegen die Sorgen und Ängste, die sich viele Bürger wegen dieses Projekts machen, worauf die ödp in ihrem Schreiben nochmals hinweist: etwa die der Fischer, die um ihre Sicherheit und ihre Treibnetze bangen, und sich deshalb vehement gegen dieses Vorhaben wehren, oder die der Wassersportler, besonders der Segler, die massive Einschränkungen für ihr Hobby, verbunden mit erhöhten Unfallgefahren befürchten. Auch die täglich zwischen dem Raum Friedrichshafen und Konstanz pendelnden Studenten, müßten dann für einen hoheren Fahrpreis teilweise erheblich längere Fahrzeiten hinnehmen, sollte der Schnellbus zwischen Friedrichshafen und Konstanz dem Katamaran zum Opfer fallen. Dem gegenüber stehen geringe Zeitvorteile für Personen, die von Hafen zu Hafen wollen und eine fragwürdige Attraktion für Touristen, denen in der Regel mehr an Ruhe und Erholung liegt als an einer schnellen Schiffsverbind.ung zwischen Friedrichshafen und Konstanz.