Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 28. Mai 1999 +++

ödp: Schluß mit der Subventionierung des Flugverkehrs

Die Befreiung des Flugkerosins von der Mineralölsteuer wurde auf dem letzten Treffen der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) von der Europakandidatin Annedore Schmid aus Friedrichshafen-Kluftern erneut stark kritisiert.

Diese Art der Subventionierung des Flugverkehrs führe nach ihrer Aussage dazu, daß ökologische Verkehrsmittel wie Bahn und Bus im Preisvergleich zum umweltschädlichen Flugzeug immer weiter zurückfallen. Sie erinnerte in diesem Zusammenhang an die von der rot-grünen Regierungskoalition eingeführte Ökosteuer, die ebenfalls die Bahn belaste, während das Kerosin für den Flugverkehr sogar von der normalen Mineralölsteuer befreit sei. Diese paradoxe Politik führe dazu, daß Bahnfahren immer teurer und Fliegen immer billiger werde.

Gerade dies sei angesichts steigender CO2-Emissionswerte in der EU nicht verantwortbar. Annedore Schmid verwies dabei auf die Forderung der EU-Umweltkomissarin Ritt Bjerregaard, die erst kürzlich zu einer raschen Umsetzung der Kyoto-Protokolle aufgerufen hat. Aufgrund der auch von ihr als alarmierend eingestuften Entwicklung hat sie die rasche Verwirklichung von Gegenmaßnahmen gefordert, notfalls auch im Alleingang.

Diese Bemühungen werden nur dann erfolgreich sein, so Annedore Schmid, wenn das am stärksten wachsende, aber umweltschädlichste Verkehrsmittel gebremst werde. Schwefel, Kohlendioxyd, Stickoxyde und selbst der an sich harmlose Wasserdampf verstärken den Treibhauseffekt beziehungsweise schädigen die Ozonschicht. Sie verwies auf Vergleichsstudien zwischen verschiedenen Verkehrsträgern, wonach etwa eine Flugreise für vier Personen in die Dominikanische Republik soviel Energie verbrauche wie 60.000 km Autofahren. Werden keine Gegenmaßnahmen eingeleitet, so wird eine Verdoppelung des Flugverkehrs bis zum Jahr 2010 prognostiziert.

Dies hätte auch negative Auswirkungen auf Friedrichshafen und den gesamten Bodenseekreis: Denn gerade Regionalflughäfen werden von dieser Entwicklung besonders betroffen sein. Eine weitere Ausweitung des Flugverkehrs in Friedrichshafen mit allen Folgen für die Natur und die dort wohnenden Menschen lehnt die ödp entschieden ab.