Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 28. Juli 1999 +++

Planungsfall 7: ödp setzt weiter auf "0"-Variante

"Vielleicht setzt sich die Vernunft doch durch"

"Vielleicht setzt sich die Vernunft doch noch durch" - mit diesen Worten kommentierte die Kreisvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) und Kreisrätin Ruth Bärenweiler auf der letzten Kreisversammlung in Tettnang die umstrittene Kreistagsentscheidung zum Planungsfall 7. Diese Hoffnung gründet sich zum Teil auf die äußerst knappe Entscheidung mit 23 Befürwortern, 20 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen.

In diesem Abstimmungsergebnis wird deutlich, daß sich allmählich bei immer mehr Kreisräten die besseren Argumente doch durchzusetzen scheinen und die Befürworter einer autobahnähnlichen Bundesstraße am Bodensee keine absolute Mehrheit mehr haben. Angesichts der bereits jetzt schon hohen Straßendichte im Bodenseekreis - sie liegt doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt - und des geringen Anteils an Naturschutzflächen - nur die Hälfte des Landesdurchschnitts - ist dies verständlich.

Die von der ödp favorisierte "0-Variante" - die sich hauptsächlich auf den Ausbau bestehender Straßen konzentriert, aber auch eine 9,7 km lange Neubautrasse sowie einige Tunnellösungen beinhaltet, wird von verschiedensten Seiten als gute Lösung bewertet: Sie kommt mit deutlich weniger Flächenverbrauch aus, führt nicht zu weiterer Zerschneidung der Bodenseelandschaft, ist umweltverträglicher, fordert weniger Opfer unter den Landwirten und ist in Verbindung mit einem weiteren Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs eine wirklich zukunftsträchtige Lösung, bei der es verhältnismäßig wenig Verlierer gibt. Davon gibt es im Gegensatz dazu bei der Verwirklichung des Planungsfalls 7 umso mehr: die Natur, die Land- und Forstwirtschaft, erholungssuchende Bürger, die vom Planungsfall 7 direkt betroffenen Gemeinden, denen nach dem St.Floriansprinzip die Hauptlast zugeschoben wird und langfristig auch der Tourismus am Bodensee und damit die seenahen Gemeinden direkt.

Heftige Kritik übte Ruth Bärenweiler an der Bündelung der Grundsatzentscheidung für einen der Varianten mit der Entscheidung über den Ausbau des sogenannten nachgeordneten Netzes mit der L205 und L207 zu einer einzigen Abstimmungsfrage, zumal der Ausbau dieser beiden Straßen noch nicht bzgl seiner Umweltverträglichkeit geprüft wurde.