Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 20. April 2000 +++

ödp kritisiert Ablehnung des Tierschutzes im Grundgesetz durch Union

Zustimmung für Aktionen des Häfler Tierschutzvereins

Bei seinen angekündigten Aktionen für eine stärkere gesetzliche Verankerung des Tierschutzes kann der Tierschutzverein Friedrichshafen auf die uneingeschränkte Zustimmung des ödp-Kreisverbands und auch des Häfler Ortsverbands zählen.
Darüber herrschte Einigkeit beim letzten Treffen der Ökologisch-Demokratischen Partei in Friedrichshafen. Anlass zu dieser kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzten Diskussion war die völlig unverständliche Entscheidung der Unionsfraktion des Deutschen Bundestags, mit ihren Stimmen eine längst überfällige Verankerung des Tierschutzes im Grungesetz abzulehnen - ein herber Rückschritt für all jene, die sich schon seit Jahren für einen stärkeren Tierschutz einsetzen. Angesichts des daraus resultierenden weiteren Leids für Millionen von Tieren stellte Gerdi Spengler aus Eriskirch die Frage in den Raum, inwieweit der Buchstabe "C" bei dieser sich "christlich" nennenden Partei überhaupt noch angebracht ist, wenn sie die vermeidbaren Qualen unserer Mitgeschöpfe wirtschaftlichen Interessen bedenkenlos unterordnet.
Auch die stellvertretende Kreisvorsitzende Annedore Schmid brachte ihr Bedauern darüber zum Ausdruck, dass nach dem Scheitern dieser Gesetzesvorlage Tiere weiterhin faktisch wie eine Sache behandelt werden, auch wenn sie rein rechtlich den Status von "Mitgeschöpfen" haben. Wegen des fehlenden Verfassungsranges ist der Tierschutz weiterhin gegenüber den vom Grundgesetz geschützten Interessen, wie Forschung und Lehre, Religion oder Kunst, nur eingeschränkt durchsetzbar, so Annedore Schmid. Erst mit der Aufnahme des Tierschutzes ins Grungesetz werde der gesetzliche Status des Tieres als "Mitgeschöpf" anerkannt und damit für alle staatliche Gewalt zum verpflichtenden Maßstab.
"Tierschutz ist untrennbar verbunden mit Umwelt-, Natur- und Artenschutz", faßte schließlich die Häfler Ortsvorsitzende Sylvia Hiss die lebhafte Diskussion zusammen.