Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 30. Oktober 2006 +++

ödp fordert Verbesserung der Messe-Infrastruktur

Sylvia Hiß: „Was nützt uns eine super Messe, wenn die Straßenanbindung und die Parkplatzsituation der Bedeutung der Messe nicht entspricht?“

In der aktuellen Diskussion um eine mögliche Messeerweiterung um zwei weitere Hallen darf nach Auffassung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) die mindestens ebenso wichtige Verbesserung der zugehörenden Infrastruktur nicht weiter vernachlässigt werden. Denn „was nützt uns eine super Messe, wenn die Straßenanbindung und die Parkplatzsituation der Bedeutung der Messe nicht entspricht?“ so die ödp-Ortsvorsitzende und Häfler Gemeinderätin Sylvia Hiß.

Dieser schon heute unhaltbare Zustand wird sich, wenn denn die Erweiterung von jetzt 68.400 m2 auf dann ca 83.000 m2 am 13. November vom Gemeinderat beschlossen wird, noch weiter verschlechtern: Mehr Ausstellungsfläche ermöglicht mehr Aussteller. Diese ziehen vermutlich auch mehr Besucher an, was zu einem weiteren Anwachsen des Verkehrsaufkommens und einem höheren Parkplatzbedarf führen wird - bei gleichzeitig durch die Erweiterung wegfallenden bisherigen Parkflächen. Die als Ausgleich dafür und als Erweiterung vorgesehene Schaffung neuer ebenerdiger Stellplätze lehnt die ödp aber entschieden ab. „Wir müssen endlich verantwortungsvoller mit unserem Boden umgehen und dürfen nicht ständig weitere Flächen leichtfertig verbrauchen!“ so Sylvia Hiß und fordert stattdessen die Errichtung eines mehrgeschossigen Parkhauses, wie es bereits beabsichtigt und dann wieder verworfen wurde. Ihr schwebt dabei kein teurer „Betonklotz“ vor, sondern eine kostengünstige zweigeschossige Lösung im Westbereich des Geländes nach dem Vorbild der Ravensburger Anlage in der Seestraße nahe der Polizeistation. Auch eine stärkere Werbung für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Ausgabe von Kombikarten, die für die Fahrt mit Zug und Bus und als Eintritt für die Messe gelten, könnte die angespannte Situation deutlich entschärfen, ist Sylvia Hiß überzeugt. Die Nähe der Messe zum Bahnhaltepunkt Flughafen bietet hier Möglichkeiten, die noch lange nicht ausgeschöpft sind. „Warum sollen Messebesucher nicht beispielsweise schon in Überlingen ihr Auto abstellen und von dort mit dem Zug weiter fahren?“, so Hiß weiter.

Was die Erweiterungspläne der Messe betrifft, ist die Diskussion darüber in der Partei noch nicht abgeschlossen - mit Ausnahme der vorgesehenen Aufwertung des östlichen Eingangsbereichs für die parallele Ausrichtung zweier Veranstaltungen gleichzeitig: dies hält die ödp für sinnvoll und wünschenswert. Die verbleibende Zeit bis zur Abstimmung im Gemeinderat will Sylvia Hiß deshalb für eine intensive Diskussion in Ortsverband und Fraktion nutzen. Die ödp sieht durchaus die Gefahr, eine oder sogar mehrere Leitmessen (zuerst die Fakuma) zu verlieren, wenn dem Wunsch einiger Aussteller nach mehr Fläche nicht entsprochen wird. Dies würde die sehr erfreuliche Entwicklung der Häfler Messe in den letzten Jahren abrupt beenden und die Zukunftschancen der Messe akut gefährden. Die zurückliegenden hohen Investitionen wären damit in den Sand gesetzt. Ist es aber andererseits sinnvoll und verantwortbar, die schon jetzt hohe Verschuldung der Stadt Friedrichshafen noch weiter zu erhöhen und damit die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt für die nächsten Jahre noch weiter einzuschränken mit all den damit verbundenen unkalkulierbaren Risiken - um dann vielleicht in ein paar Jahren wieder vor der selben Entscheidung zu stehen? Die Ankündigung der Landesregierung, künftig keine Regionalmessen mehr zu fördern, gibt wohl nur wenig Anlass zur Hoffnung auf Zuschüsse aus Stuttgart, so dass damit die Finanzierung des Projekts noch schwieriger und riskanter werden dürfte als erhofft. Die ödp stellt deshalb die Frage in den Raum, ob es nicht sinnvoll wäre, von umliegenden Gemeinden eine finanzielle Unterstützung einzufordern. Denn schließlich profitieren auch diese über die Umwegrentabilität in nicht geringem Umfang von der Häfler Messe und müssten folglich ebenso ein Interesse an einer erfolgreichen Zukunft der Messe haben.