Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 26. Mai 2006 +++

ödp enttäuscht über Urteil zum Thermalbad Fischbach

Interessen einzelner Investoren wiegen mehr als Naturschutz und Bürgerwille

Enttäuscht, aber auch erstaunt über das Urteil des Verwaltungsgerichts Mannheim zum umstrittenen Thermalbadprojekt in Fischbach hat sich die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) Friedrichshafen gezeigt. „Schließlich hat die Verhandlung in Friedrichshafen doch die großen Problempunkte dieses Projekts deutlich gemacht und selbst manchen bisherigen Befürworter zum Zweifeln gebracht“, so die ödp-Ortsvorsitzende und Häfler Gemeinderätin Sylvia Hiß. Die Richter hatten in dieser Verhandlung selbst mehrfach betont, dass die Abwägung von pro und contra schwierg sein werde und damit indirekt die schwerwiegenden Argumente der Kritiker bestätigt. Ein anderes Urteil wäre also durchaus möglich gewesen - und vielleicht auch gefällt worden, wenn sich die Richter selbst vor Ort ein Bild von der Situation und dem mit dem Projekt verbundenen schwerwiegenden Eingriff in die Uferlandschaft gemacht hätten. Dass sie das nicht gemacht haben zeigt nach Auffassung der ödp einmal mehr, dass bei uns - auch bei den Gerichten - wirtschaftliche Interessen, auch die eines einzelnen Investors, vielfach ein höheres Gewicht im Abwägungsprozess erhalten als etwa der Natur- und Landschaftsschutz oder der Bürgerwille, der in diesem Fall mit dem Bürgerentscheid im Jahre 2003 mit 62 % Ablehnung mehr als deutlich geworden ist.

Für die ödp ist mit diesem Urteil aber die Zukunft dieses Projektes noch nicht entschieden. Die ödp hat starke Zweifel daran, dass Herr Eicher dieses Projekt durchziehen kann und auch noch ernsthaft will. Um jedes Missverständnis auszuschließen, stellt Sylvia Hiß klar: „Die ödp war nie und ist auch heute nicht gegen ein Bürgerbad in Fischbach, ebensowenig wie die Kläger im jetzt entschiedenen Prozess, sie lehnt lediglich den damit verbundenen Hotel- und Gesundheitskomplex in dieser sensiblen Lage ab.“