Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 24. Juli 2006 +++

Menschen haben Vorrang

Sylvia Hiß: "Der Schutz unserer Umwelt und der Bodenseelandschaft ist ein hohes Gut, aber er darf niemals Selbstzweck sein und auf Kosten der Menschen gehen!"

"Wir haben nicht nur Verantwortung gegenüber der Natur, sondern auch gegenüber den Menschen. Das Wohl der Menschen entlang der B 31 geht vor!" So begründet die Häfler Ortsvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp), Sylvia Hiß, die Unterstützung des Bündnisses Pro B 31 durch den ödp-Ortsverband, auch wenn dies nicht ganz ohne „Bauchschmerzen“ bleibe.

Der Bau einer Umgehungsstraße, darin stimmt die ödp mit den Umweltverbänden überein, bringt keine wirkliche Lösung des Problems, sondern nur eine Verlagerung. Eine tiefgreifende Lösung ist nach Überzeugung der ödp nur durch eine von Grund auf andere Verkehrspolitik möglich - und durch eine Veränderung „in den Köpfen“ - wofür sich die ödp auf allen Ebenen auch zukünftig einsetzen wird. Aber solange die große Mehrheit der Bevölkerung einen grundlegenden Wechsel in der Verkehrspolitik weg vom Auto ablehnt, wie bisher bei jeder Bundestagswahl geschehen, und auch nicht zu einem verantwortungsvollerem Umgang mit dem Auto bereit ist, gibt es zu einer Umgehungsstraße keine Alternative. Die derzeitige Situation in Fischbach oder auch an der Albrechtstraße ist den Anwohnern nicht mehr länger zumutbar. Die unter Lärm und Abgasen leidenden Anwohner dürfen schließlich nicht allein für das Fehlverhalten der gesamten Gesellschaft zur Verantwortung gezogen werden, sie brauchen Hilfe - und zwar sofort!

Die ödp ist sich durchaus bewusst, dass sie mit ihrer Haltung bei den Umweltverbänden, aber auch bei den eigenen Wählern, vielfach auf Unverständnis stößt. Das zeigt die in den letzten Monaten wiederholt an einzelne Parteimitglieder herangetragene Frage „Warum seid Ihr jetzt auch für diese Umgehung?“. Doch einer als notwendig erkannten Maßnahme kann und will sich die ödp nicht entziehen. „Die Angst um den möglichen Verlust von Wählerstimmen wird auch künftig den Kurs der ödp nicht bestimmen“, so Sylvia Hiß, und sie appelliert an all jene, die sich aus durchaus berechtigten Sorgen um unsere Umwelt gegen den Bau der Umgehungsstraße aussprechen: „Der Schutz unserer Umwelt und der Bodenseelandschaft ist ein hohes Gut, aber er darf niemals Selbstzweck sein und auf Kosten der Menschen gehen!“

Die ödp ruft alle Häfler Bürger, nicht nur die direkt betroffenen Anwohner, dazu auf, ihren Unmut mit der Entwicklung des Dauerbrenners „B 31- Umgehung“ mit ihrer Teilnahme an der für Samstag geplanten Demonstration zum Ausdruck zu bringen. Und sie appelliert besonders auch an die Gegner des Vorhabens: „Geben Sie den Widerstand auf! Denken Sie an die Betroffenen! Denn eine Lösung, die alle Bedürfnisse zufriedenstellt, wird es nicht geben.“