Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 6. Januar 2001 +++

zum Thema BSE / Agrarsubventionen / Schock der Verbraucher

Umkehr zu Öko! Jetzt!

Rund die Hälfte aller EU-Ausgaben fließt in die Landwirtschaft. Geldsegen für ungenießbare Produkte? Hier wurde nicht Qualität gefördert, sondern z.B. schnelle Mast im Massenstall, auch mit Kadaverpulver!

Wenn die Landwirtschaft uns etwas wert sein soll, muss sie umweltverträglich und tiergerecht werden. Es wurde nicht honoriert, wenn tapfere Biobäuerinnen und Ökobauern umweltschützend wirtschafteten, für eine Kulturlandschaft sorgten, Artenvielfalt auf Acker und Wiese erhalten haben, ihre oft wenigen Tiere anständig behandelten und ihnen Platz, freie Bewegung, Luft und Licht gönnten, sie mit artgerechter Nahrung fütterten, bei Schlachttieren warteten, bis sie das erforderliche Gewicht erreicht hatten - gekauft wurde lieber das billige Massenprodukt.

Bevor wir jetzt "alle Agrarsubventionen abschaffen", sollte man jene Bauern fördern, die ihre Rinder mit selbstangebautem Grünfutter füttern und Kälber Kuhmilch saugen lassen, die hochwertige Futterpflanzen selbst anbauen und ihren Tieren die von der Natur vorgesehene Zeit zum Fressen, Verdauen, Gewichtzulegen lassen, die Wildkräuter akzeptieren und Insekten als Nützlinge einsetzen.

Wir zahlen in der EU jährlich 300 Millionen Euro für die Vernichtung von Obst und zwei Milliarden Euro an die europäischen Tabakbauern und fördern die Massentierhaltung - besser sollten wir die ökologische Umstellung der Landwirtschaft schleunigst einfordern und die Qualität der Bioprodukte endlich ehren, auch finanziell als Kunde. Biowaren in die normalen Läden, sofort, damit der Kunde ohne Umwege wählen kann, was er essen möchte. Wir leben nur einmal.

Gerdi Spengler
Mitglied im ödp-Kreisvorstand

Eriskirch