Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 3. Dezember 2000 +++

ödp fordert grundlegenden Wechsel in Agrarpolitik

Verbraucher müssen umdenken

Welche Konsequenzen hat die aktuelle BSE-Krise? Führt sie nur zu kurzfristigen Sofortmaßnahmen oder bietet sie die Chance auf eine langfristige grundsätzliche Kursänderung in der Agrarpolitik? In dieser Frage hängt viel von den Verbrauchern ab, so die einstimmige Auffassung der Ökologisch-Demokratischen Partei auf ihrem letzten Treffen in Friedrichshafen.

"Die gegenwärtige Situation ist der Preis für unseren rücksichtslosen Umgang mit den von uns abhängigen Tieren, der sich in der Verfütterung von Tiermehl an Pflanzenfresser in seinen schlimmsten Ausmaßen zeigt", so die stellvertretende Kreisvorsitzende und ödp-Landtagskandidatin Annedore Schmid. Allerdings handele es sich hierbei nur um die Spitze eines Eisberges angesichts einer stets weiter industrialisierten Landwirtschaft. Die Ursache für diese Fehlentwicklung liegt jedoch nicht etwa bei den Landwirten, wie die Häfler Ortsvorsitzende und stellvertretende Landtagskandidatin Sylvia Hiss feststellte, sondern ist zum großen Teil in der Forderung der Verbraucher nach der täglichen Fleischportion zu niedrigen Preisen begründet, einer Forderung, welcher die EU mit ihrer Agrarpolitik bereitwillig den Weg geebnet hat. Die Umsetzung dieser Zielsetzung ging wieder einmal, wie die aktuelle Situation zeigt, nicht nur auf Kosten der Kreatur und der Natur, sondern auch auf Kosten der Qualität und damit der Gesundheit der Verbraucher. Diese haben es mit einer Änderung ihres Verhaltens in der Hand, sich nicht nur vor einer Infizierung mit dem BSE-Erreger zu schützen, sondern auch eine Weichenstellung hin zu einer grundlegend anderen Agrarpolitik vorzunehmen und damit ähnliche Gesundheitsgefahren für die Zukunft zwar nicht völlig auszuschließen, aber doch zumindest deutlich zu verringern: durch Einkauf direkt beim Erzeuger, der bereit ist, über die Herkunft seiner Tiere und des verwendeten Futters Auskunft zu geben, oder auch beim Metzger, der Fleisch aus artgerechter Aufzucht verarbeitet. Das geringste Risiko ist mit dem Einkauf direkt beim Bio-Bauern verbunden, auch wenn dies mit etwas höheren Kosten verbunden ist.

Ein aktuelles Verzeichnis mit Adressen und weiteren Informationen kann beim ödp-Kreisverband Bodenseekreis, Hubenring 11, 88048 Friedrichshafen, angefordert werden (bitte 3 DM Rückporto in Briefmarken beilegen). Eine steigende Nachfrage nach derartigen Produkten bietet darüber hinaus vielen kritischen Landwirten die Chance, ihre Produktion umzustellen und sie wieder verstärkt in Einklang mit der Natur und den Bedürfnissen der Tiere zu bringen.