Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 29. März 2015 +++

Geschichte und Aufgaben der Bahnhofsmission

Der Leiter der Häfler Bahnhofsmission gibt Einblick

Die Aufgaben haben sich geändert in den letzten 120 Jahren - aber sie ist heute noch genauso wichtig wie zur Zeit ihrer Gründung: die Bahnhofsmission. Davon konnten sich die Mitglieder der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) auf ihrer letzten Kreisversammlung im Hotel-Restaurant Maier in Friedrichshafen-Fischbach überzeugen. Dort gab der neue Leiter der Häfler Bahnhofsmission, Detlef Luf - selbst seit kurzem ÖDP-Mitglied - einen Einblick in die Geschichte und die vielfältigen Aufgaben dieser Einrichtung.



Von links nach rechts: Der Leiter der Häfler Bahnhofsmission Detlef Luf und die ÖDP-Kreisvorsitzende Annedore Schmid

Gegründet 1894 (in Friedrichshafen erst 1918) als Hilfsangebot speziell für „gefährdete“ Frauen, wandelte sich die Bahnhofsmission im Lauf der Jahrzehnte und wandte sich immer wieder neuen Zielgruppen zu: etwa Vertriebenen und Kriegsheimkehrern im Nachkriegsdeutschland oder Gastarbeitern in den Wirtschaftswunderjahren. Heute hat sich die Bahnhofsmission als „kompetente niederschwellige Sozialambulanz“ etabliert, die für viele Menschen in Notsituationen die erste Anlaufstelle bei der Suche nach Hilfe darstellt. Verarmte, Einsame oder Menschen ohne Perspektive finden in der Bahnhofsmission Friedrichshafen täglich zwischen 9 und 18 Uhr ein offenes Ohr, aber auch eine Tasse Kaffee oder Tee und ein Stück Brot - und natürlich auch konkrete praktische Hilfe wie zum Beispiel die Vermittlung einer Schlafgelegenheit für die Nacht. Im Durchschnitt suchen die Häfler Bahnhofsmission pro Tag zwischen 40 und 50 Hilfsbedürftige mit den verschiedensten Problemen auf, die Detlef Luf mit einigen Fallbeispielen verdeutlichte - Beispiele, welche den Anwesenden die (vielfach verborgene) Not vieler Mitbürger eindrucksvoll vor Augen führte. Bei ihrem Einsatz für die Schwächsten der Schwachen ist die Bahnhofsmission auf die Mithilfe der Bürger angewiesen: sei es personell (über 80% der Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich) oder durch Geld- und Sachspenden. Auch die Häfler Tafel hilft mit Brotspenden.

Trotz aller Probleme und oftmals frustrierender Widrigkeiten - „Helfen macht Freude“ und gibt den Helfern ein gutes Gefühl - so Luf!