Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 06. Juni 2012 +++

zur Diskussion über das Betreuungsgeld

Erziehungseistung der Eltern verdient mehr Anerkennung

In all den ermüdenden aber hartnäckigen Diskussionen ums Betreuungsgeld wird zu wenig Unterschied gemacht zwischen "Kindern" und Unter-Dreijährigen bzw. zwischen Kita-Ausbau für 3-6-Jährige (vorrangig!) und zu schaffenden Krippenplätzen für Kleinstkinder. Es ist davon auszugehen, dass die Politiker/innen diese Differenzierung bewusst nicht deutlich machen, um irrezuführen ! Es ist ihnen auch egal, wenn die Kleinsten eben genauso wie 3-6-Jährige behandelt werden und keine Rücksicht genommen wird auf ihre doch völlig anders gelagerten Bedürfnisse. (Bei der Frage "artgerechter Haltung" von Hühnern oder Zootieren denkt man bei den Grünen entschieden anders!) Es nervt! Irreführende Diskussion! 1-2-jährige ticken anders als 5 -Jährige!! "Echte Wahlfreiheit" entsteht nicht schon dadurch, daß "genügend Krippenplätze bereitgestellt" werden. Wo bleibt die Wahlfreiheit der Eltern, die keinen Krippenplatz nützen, sondern ihr Kind selbst betreuen oder anderweitig privat eine Betreuung organisieren wollen?
Nur zur Erinnerung: Ein Krippenplatz kostet zum Einrichten 10000 €, im Betrieb nochmal monatlich 1000 €. 3 Billionen wird die Fremdbetreuung kosten.("Frontal" am 5.6.12) Wortschöpfungen wie "Wurfprämie"( Neues aus der Anstalt,5.6.) und "Herdprämie" sind diffamierend. Mütter bleiben nicht nur daheim, um das Geld vom Staat zu kassieren. Wunschkinder werden von Mama oder Papa aus Überzeugung und mit Freude und Einsatz betreut, mit Erfolg! Billig für den Staat!

Ich habe in freier Entscheidung auf meinen Hauptschullehrer-Beruf verzichtet( mich beim 3. Kind sogar aus dem sicheren Beamtentum herausgekündigt!), um die drei Kinder selbst zu erziehen und es war meine schönste wertvollste Zeit. Die Kinder besuchten den Kindergarten meist nur am Vormittag, sie wuchsen gemeinsam auf und hatten sprachlich einen großen Vorsprung. Alle durchliefen die Schulen (Realschule, Elektronik-,Gymi, Techn.Gym, Wirtsch.gym) ohne meine "Nachhilfe" mit Bravour, denn ich war persönlich als Mama immer dann da, wenn gelobt werden und das Selbstbewußtsein gefördert werden konnte. Alle drei schlossen ihr Studium ab mit 1,...! Ich bereue keinen Moment den Verzicht aufs Geld, aber eine Anerkennung für meine "Erziehungsleistung" bei der Rente wäre besser als Betreuungsgeld. Die Bezahlung der Fachkräfte im Kindergarten muß verbessert werden!!


Gerdi Spengler, Mariabrunnstr. 59/1, 88097 Eriskirch,
im Vorstand der ÖDP, KV Bodenseekreis