Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 17. Januar 2005 +++

Wo lohnt sich die Investition: in Beton oder in Menschen?

Eislaufmöglichkeit in Friedrichshafen: Stadt hat Chance vertan


Die Stadt Friedrichshafen muss sparen, aber nicht nur zulasten einiger weniger Bevölkerungsgruppen, schon gar nicht einseitig auf Kosten der Jugend, sondern durch eine gerechte Verteilung der damit verbundenen Lasten auf alle Bürger.

So reagierte der Kreisverband der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) auf den Beschluss von Oberbürgermeister Josef Büchelmeier, den Antrag des Eislauffördervereins auf finanzielle Unterstützung für eine mobile Eislaufbahn in Friedrichshafen abzulehnen. Durch das Engagement der Mitglieder des Fördervereins, besonders auch der stellvertretenden Vorsitzenden Sylvia Hiß, bestand die Möglichkeit, für den vergleichsweise geringen Betrag von ca 35.000 bis 40.000 Euro an öffentlichen Mitteln für zwei Monate eine Eislaufmöglichkeit in Friedrichshafen anzubieten - im Verhältnis zu den 125.000 Euro, womit die Stadt in den vergangenen Jahren das Eislaufen in der alten Messehalle gefördert hat, eine Ersparnis von 70 %. Damit hätten die Eislauffreunde nach Auffassung der ödp einen ausreichenden Beitrag zur Sanierung der städtischen Finanzen geleistet. Sie hätten sogar Vorbild sein können für eine neue zukunftsweisende städtische Finanzpolitik, in der die Stadt weniger Mittel direkt in eigene Projekte investiert, sondern verstärkt auf Eigeninitiative der Bürger setzt und diese fördert, mit zum Teil erheblichem Sparpotential, wie das Beispiel Eislaufen verdeutlicht. Aber die Stadt Friedrichshafen hat diese Chance vertan und setzt stattdessen weiterhin auf "Investieren in Beton, statt in die Menschen", wie die ödp-Kreisvorsitzende Sylvia Hiß enttäuscht feststellte.

Erstaunt war die ödp auch darüber, dass andere Städte wie Sigmaringen durchaus in der Lage sind, Wintersport im Freien für ihre Bürger zu ermöglichen. Dort setzt man offenbar andere Prioritäten, stellt die Bürgerinteressen in den Mittelpunkt städtischen Handelns. Doch auch in Friedrichshafen gibt es, zumindest außerhalb der offiziellen Gremien, Menschen, die bereit sind, sich zugunsten der Jugend finanziell zu engagieren. Das zeigen die Spendenzusagen von Technischen Werken und Volksbank. Auch die Unterstützung durch den Jugendrat der Stadt bestärkt Sylvia Hiß in ihrem Entschluss, für das Eislaufen in Friedrichshafen weiter zu kämpfen, damit dies wenigstens in der nächsten Saison wieder möglich ist. Der Kreis- und Ortsverband der Ökologisch-Demokratischen Partei steht dabei auf ihrer Seite.