Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 15. November 2000 +++

zum Thema "Kindergeld"

Ist Kindergeld eine mildtätige Spende? (EKD und ödp fordern mehr)

Das diakonische Werk der EKD (Ev. Kirche Deutschlands) hat eine Erhöhung des Kindergelds auf 600 DM gefordert Die entspräche den Mindestkosten für ein Kind. Eine stärkere finanzielle Förderung von Kindern sei unerlässlich.

Bisher läuft diese staatliche Kinderförderung bevorzugt für die Fremdbetreuung der Kleinen! Die öffentliche Kinderbetreuung wird ausgebaut, schon ab dem dritten Geburtstag! Da braucht es ja wohl die Mama nur noch stundenweise oder abends...

Nichts gegen die Förderung der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Aber allzuoft bleibt es eben bei nur einem Kind oder die vielen gutgemeint geschlossenen Bündnisse (mit und ohne Trauschein) zerbrechen bald...

Die meistens übrigbleibende "alleinerziehende" Mutter muss zur Arbeit gehen. Das Kindergeld reicht kaum für Wohnen und Essen. Das Kind kommt tagsüber "weg", aber häufig ist es noch in einer seiner empfindlichsten Entwicklungsphasen. Doch eine Frau, die die Erziehungsverantwortung selbst wahrnehmen will, ist finanziell benachteiligt. Denn die Fördergelder fließen in Krippe, Tagesmuttermodelle, Ganztagsbetreuung im Kindergarten, Kernzeitbetreuung und Hausaufgabenbetreuung in der Schule.

Im Klartext: Die finanzielle Förderung des (rotgrünen) Staats geht nicht an die leiblichen Mütter/Väter. Der Staat fördert die Abwesenheit der Eltern beim Aufwachsen der Kinder.

Die ödp hat ein neues Modell: Würde das "Kinderbetreuungsgeld" zunächst direkt an die Eltern fließen (Erziehungspauschale statt Kindergeld), wäre eine finanzielle Gleichstellung der Familienfrau und der berufstätigen Mama gegeben. Die Mütter könnten frei entscheiden, ob sie sich einige Jahre ausschließlich den Kindern widmen wollen, oder ob sie das Geld weitergeben in fremde Hände derer, die dann ihre Kinder betreuen.

Dann könnten es sich die Frauen leisten, ihre Kleinen selbst zu erziehen. Die Erziehungszeiten sollen nicht nur "anerkannt" werden, sondern sich später bei der rentenauszahlung sichtbar auswirken. Vielleicht gäbe es dann tatsächlich wieder mehr Kinder ... Die will ja auch der Staat.

 

Gerdi Spengler
Mitglied im ödp-Kreisvorstand

Eriskirch