Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 6. September 2002 +++

zum geplanten Hotel auf der Hüniwiese in Friedrichshafen

Erhaltet die Hüniwiese !!!

Alle sprechen von einem Hotel auf der Hüniwiese. Hat nicht schon vor zwölf Jahren die Bevölkerung von Friedrichshafen gegen die Bebauung der Hüniwiese durch Herrn Fränkel und ein Nobel-Altersheim an dieser sensiblen Stelle protestiert? Hat sich nicht sogar der damalige Umweltminister Vetter für die Ausweisung dieser Fläche als Landschaftsschutzgebiet ausgesprochen? Und nun kommt die Begehrlichkeit der Zeppelin Wohlfahrt für ein Nobelhotel auf diesem Platz.
Dies ist nach meiner Überzeugung sicherlich nicht im Sinne des Grafen, dessen Namen die Stiftung trägt, zumal sie ja schon in der Vergangenheit mehrere Nobelwohnungen in der Nähe des Schlosses gebaut hat - entgegen dem eigentlichen Zweck der Stiftung, der Unterstützung Bedürftiger. Wohltätigkeit für gut Zahlende - ich frage mich: wo bleiben nun die sozial schwacchen, die Familien mit Kindern, für die die Stiftung ursprünglich gedacht war? Aber die neuen Maybachs müssen natürlich vor einem Nobelhotel in bester Lage vorfahren können. Vor dem Hintergrund knallharter wirtschaftlicher Interessen spielen soziale Belange ebenso wie Naturschutz und Feuchtwiesen scheinbar keine Rolle mehr. Oder ist das Landschaftsschutzgebiet, welches in Fischbach zugunsten eines schweizer Investors aufgehoben werden soll, nun auch für die Hüniwiese ein Signal? Auch die Freien Wähler haben ja seit neuestem den Umweltschutz entdeckt und setzen sich für den Schutz des Uferparks ein, der durch zahlreiche Veranstaltungen im Mitleidenschaft gezogen wurde. Dies ist zu begrüßen, aber wie passt das mit den Plänen zur Bebauung der Hüniwiese zusammen. Ist für sie Naturschutz etwa nur dann wichtig, wenn man ihn nicht gewinnbringend veräußern kann?
Ich hoffe, dass die Bevölkerung dies nicht hinnehmen wird. Wir in der ödp werden jedenfalls dagegen kämpfen.


Christine Stuckenbrock
ödp-Stadträtin FN
Stellvertretende ödp-Ortsvorsitzende