Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 8. Oktober 2003 +++

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Lehrer sorgen sich / Erziehung ist Elternpflicht!

Die finanzielle Situation junger Familien mit Kindern wird immer trauriger. Teilzeitarbeitsplätze gibt es viel zu wenige. Wenn eine Mutter bei ihren 2 oder 3 Kindern "daheim bleiben" will, wirds knapp. Aber für diese kleine Minderheit will sowieso keiner Sorge tragen. Aber für die (voll) berufstätigen Mütter!!
Politiker sehen es als oberste Pflicht, dafür zu sorgen, dass für die Mütter "Familie und Beruf" vereinbar werden! Ziel all dieser Fürsorge des Staates ist es, die Kinder außer Haus zu erziehen und zu versorgen. Die Mütter gehen weg, die Väter, die Kinder. Die Kleinsten werden bei fremden Erzieherinnen abgegeben, ab 6. Lebensjahr soll die Lehrerschaft nahtlos die Erziehung mit übernehmen, möglichst 8 bis 10 Stunden lang. Das wird dann als politischer Fortschritt gefeiert. Ist es auch ein Fortschritt für die Gesellschaft? Wenn es nur noch Feierabend-Eltern gibt? Die Kinder fragt sowieso keiner. Hätten die ein Wahlrecht, sähe es anders aus mit der Fremderziehung... Die Lehrer wagen nun als erste einen Aufschrei, der aufhorchen lässt:
               Die Eltern erziehen ihre Kinder nicht mehr!!
               Die Erziehung ist aber Elternpflicht!!

Zwei Drittel der Eheleute mit Kindern sind berufstätig. Fast 80% der alleinerziehenden Mütter/Väter arbeiten außer Haus. Der Lehrerverband klagt die "mutterlose Gesellschaft" an.... Die Schüler hätten zu Hause häufig stundenlang keinen Ansprechpartner mehr und nicht die Zuwendung und Erziehung, , die sie für eine gesunde Entwicklung brauchen. So manche Mutter könnte es sich erst dann leisten, bei den Kindern im Haus zu bleiben, wenn ihr der Staat die geleistete Erziehungsarbeit ebenso anerkennen würde wie die der Kindererzieherinnen in den Tagesstätten. Würde man die Hinwendung einer leiblichen Mutter honorieren und bezahlen, käme das für den Staat sogar billiger. Laut zu sagen wagt das nur die ödp (Ökologisch-Demokratische Partei) und vereinzelt die CDU/CSU.... Die Mutter könnte dann entscheiden, ob sie selber ihrer Erziehungspflicht nachkommt oder mit dem Geld fremde gelernte Erzieher "kauft".
Die gerechteste Lösung wäre, die Kinder zu fragen. Sowas heißt Demokratie. Mit-bestimmung. Die kleinste Zelle der Demokratie ist die Familie. Aber die gibt es nicht mehr, wenn Mama-Papa-Kind außer Haus sind. Keiner erzieht mehr. Düstere Aussichten für Kinder, Staat, Gesellschaft...

Gerdi Spengler
Eriskirch
3 Kinder (vorher Lehrerin)
Beisitzerin im ödp-Kreisvorstand