Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 21. September 2009 +++

Wir sparen Energie - reicht das für den Klimaschutz?

ödp informiert über Energieeinsparmöglichkeiten und neue Wege in der Energiepolitik

Wie sieht unsere Energieversorgung der Zukunft aus? Was kann jeder einzelne von uns heute schon zu einer ökologischen Energiewende beitragen? Und welche Forderungen müssen an die Politik gestellt werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung unter dem Titel "Wir sparen Energie - reicht das für den Klimaschutz?", zu der die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) in den Häfler Klosterwirt eingeladen hatte. Referent des Abends war Eberhard Luedecke, der Leiter des Arbeitskreises Energie im Bodenseekreis.


EnergievortragAuf dem Foto sind von links nach rechts: Sylvia Hiß-Petrowitz, Eberhard Luedecke und Annedore Schmid

Die Notwendigkeit einer neuen zukunftsfähigen Energiewirtschaft, wie sie die ödp seit langem fordert, wird mittlerweile auch von den etablierten Parteien und der Wirtschaft nicht mehr abgestritten. Der drohende Klimawandel hat ein Umdenken bewirkt. Aber auch die in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehenden Öl- und Gasvorkommen und unsere extreme Abhängigkeit von einigen wenigen Exportländern in teilweise politisch instabilen Regionen sprechen für einen raschen Umbau unserer Energieversorgung. Die Atomkraft, die von Teilen der Politik und Wirtschaft zumindest als Zwischenlösung für einige Jahrzehnte wieder verstärkt ins Spiel gebracht wird, ist für Luedecke und die ödp keine Alternative: Sie ist gefährlich, belastet die umliegende Bevölkerung schon im Alltagsbetrieb und ist, wenn alle Kosten berücksichtigt werden, auch jene, die künftigen Generationen aufgebürdet werden, unsere teuerste Energiequelle. Eine über Jahrmillionen sichere Endlagerung der radioaktiven Abfälle scheint unmöglich.

Es bleiben langfristig Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse. Auch diese regenerativen Energiequellen sind nicht ganz ohne Probleme, wie Luedecke freimütig einräumte. Er nannte Beispiele wie die gegenwärtig noch hohen Kosten, den Konflikt zwischen Windkraft und Landschaftsschutz oder die Batterieproblematik etwa in Bezug auf das Elektroauto. Aber diese Probleme sind beherrschbar - zumindest dann, wenn der politische Wille vorhanden ist und rechtzeitig die richtigen Weichenstellungen vorgenommen werden, etwa in Form von Anschubfinanzierungen und Markteinführungsprogrammen neuer Technologien, der Initiierung von Pilotprojekten und internationale Koordinierung der notwendigen Schritte.

Ökologisch orientierte Bürger müssen aber nicht warten, bis sich die Gesellschaft als ganzes bewegt. Sie können bereits heute viel zum Klimaschutz beitragen, wie Luedecke am Ende seines Vortrags deutlich machte. Höchste Priorität habe dabei der Grundsatz: Zuerst alle Energieeinsparmöglichkeiten nutzen und dann den verbleibenden Energiebedarf auf umweltverträgliche Weise zu decken versuchen. Ansatzpunkte zum Energiesparen gebe es in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens: im Wohnbereich etwa durch eine gute Isolierung und ein leichtes Absenken der Raumtemperatur oder richtiges Lüften, bei der Auswahl sparsamer Elektrogeräte oder das häufigere Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Der verbleibende Energiebedarf kann zumindest teilweise durch Holzpellets oder Sonnenkollektoren bzw Solarzellen abgedeckt werden. Auch ein Wechsel des Stromanbieters ist vielfach sinnvoll.

Nicht unterschätzen sollten die Bürger auch die Möglichkeit, die sich am kommenden Sonntag bietet: Dann haben sie es in der Hand, durch ein Kreuz an der richtigen Stelle der Politik neue Impulse zu geben. "Wer eine bessere P