Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 19. Februar 2015 +++

Zum geplanten Baugebiet Oberhof III

Schätzleskrieg

Welche Stadt kann sich rühmen, solch einen Bio-Bauernhof samt Streuobstwiese mit alten Apfelbaumsorten inmitten der Wohnbebauung zu haben? Friedrichshafen! Ein Schatz für die Bürger. Ein Geschenk für die gesundheitsbewußten Familien. Dumm ist nur, dass man in der Stadt Flächen für Wohnraum braucht. Verdichtung heißt das. Auch in die Höhe, es gibt ja See- und Bergblick. Baut man wie geplant Häuser auf die Weidefläche der Bio-Kühe, muß der Hof dicht machen. Die Ausgleichsflächen wären viel zu weit weg, sonst könnte man ja diese bebauen. Ist nun der Bauer Wolpold schuld, weil er blöderweise "in der Stadt" einen Bio-Hof bewirtschaftet,  wo Mütter mit Kindern und Biokost-Anhänger  einfach hinlaufen können, um Tiere zusehn, gesundes Obst, Biomilch u.a. Produkte des Bio-Familienbetriebs zu kaufen?? Die Schätzlesruh-Bäume, auch die zuletzt von neuen 40 naturbewußten Paten gekauften und gepflanztenHochstamm-Bäume, sind mit Liebe ausgewählt und mit Stifter-Schildern gekennzeichnet worden. Welch naive, herzliche Regung, mit gepflanzten Baumkindern die Zukunft retten zu wollen. Für uns Baum-Pflanzer eine schmerzliche Erfahrung. Die Metallschilder am Stamm - mit Spendername und Obstsorte- werden auch auf fernem anderem Acker ewig an unsre Träume erinnern: "Rettet die Schätzlesruh"! Ein Baumleben währt 100 Jahre, die Bebauungspläne sind schneller im Verhunzen von kostbarem Naturgut.

Gerdi Spengler, Baumpatin,
ÖDP Bodenseekreis
88097 Eriskirch
Mariabrunnstr. 59/1}