Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Leserbrief vom 20. September 2000 +++

zum Thema "Neue Bohrung beim geplanten Thermalbad Friedrichshafen-Fischbach"

Genug gebohrt nach Thermalwasser

1. OB Wiedmann sagte: "Wenn Herr Eicher gescheit ist, nennt er es nicht Colani-Bad". Wenn die Räte gescheit sind, sagen sie Nein zu einem Thermalbad am Fischbacher Seeufer!

2. Das Bohrgestänge "stehe ohnehin schon", hieß es im Juli. Da könne die Stadt ja locker nochmals 300.000 Mark für die zweite Bohrung springen lassen. Ach ja? Und jetzt sind die Bohrer weg. Ein kleines Mißverständnis, sagt Bürgermeister Hornung. Die kämen schon wieder...

3. Nein! Jetzt reicht's! So geht man nicht mit öffentlichen Geldern um!

4. Wozu brauchen wir diese zweite Bohrung "nach Mineralwasser"? Sucht Friedrichshafen als Anrainer des Trinkwasser-Reservoirs Bodensee plötzlich nach weniger gutem Wasser in 120 Metern Tiefe am Ufer? Wozu muss dort nach Wasser gebohrt werden, das höchstens Brau- oder Duschwasserqualität, aber nicht Mineralwassergüte hat?

5. Dieses Wasser ist auch gemischt nicht warm genug für ein Thermalbad und müsste aufgeheizt werden. Wer soll das bezahlen?

6. Hier soll "um jeden Preis" (!) ein Thermalbad durchgeboxt werden, gegen die natürlichen Gegebenheiten, mitten in einem schützenswerten Landschaftsschutzgebiet in der empfindlichen Uferzone. Keiner nimmt dabei Rücksicht auf diese Schutzvorschriften und auf die Bürger, Familien, Urlauber, die ihr Strandbad so behalten wollen, wie es ist.

In Fischbach gibt's gutes Mineralwasser zu kaufen und genug Duschwasser - ganz ohne Bohrgestänge und ohne Verschleuderung von Steuer-Millionen. Deshalb: Genug gebohrt!

Gerdi Spengler
Mitglied im ödp-Kreisvorstand

Eriskirch