Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 14. Juil 2008 +++

Klimawandel - Auswirkungen, Ursachen, Lösungen

Greenpeace-Experte zu Gast bei ödp

Das Thema „Klimawandel“ ist in aller Munde, Schlagworte wie „Treibhauseffekt“ beherrschen die großen politischen Konferenzen und die Nachrichtensendungen - endlich wird das Thema von den etablierten Parteien und den Medien nicht mehr tot geschwiegen. Doch was heißt das konkret? Was kommt auf uns alle, und insbesondere die heutige Jugend, noch zu? Antworten darauf versuchte die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) zu geben und hat den Energieexperten der Friedrichshafener Greenpeacegruppe, Michael Wlaka, zu einem Vortrag ins Eriskircher Naturschutzzentrum eingeladen. Thema seines Vortrags: Klimawandel - Auswirkungen, Ursachen, Lösungen.




ödp-Kreisvorsitzende Annedore Schmid im Gespräch mit Michael Wlaka

In diesem Vortrag wurde deutlich: Die mit der Klimaerwärmung verbundenen Probleme sind größer, die teilweise bereits heute erkennbaren, in Zukunft noch stark anwachsenden davon verursachten Schäden schlimmer, als heute noch vielfach angenommen. Sie sind auch nicht allein auf die Bereiche Energie und Verkehr zu reduzieren und können folglich auch nicht nur durch eine andere Energie- und Verkehrspolitik gelöst werden (auch wenn eine solche natürlich unverzichtbar ist), sondern erfordern von uns Konsequenzen weit darüber hinaus - und wenn Wlaka von uns spricht, dann meint er damit nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch die Bürger, jeden einzelnen von uns. Zunehmende Stürme, häufigere Überschwemmungen in den einen und Dürreperioden in anderen Regionen der Erde, Rückgang der Gletscher weltweit - um nur einen Teil zu nennen - sind nicht nur Folgen unseres ungezügelten Energiehungers, unserer Energieverschwendung besonders im Verkehrsbereich und einer wenig weitsichtigen Energieerzeugung, sondern beispielsweise auch unseres Essverhaltens. Wer denkt etwa schon beim Verzehr seines Schnitzels daran, dass für den Anbau von Futter wie beispielsweise Sojabohnen häufig große Regenwaldflächen gerodet werden, was ebenfalls den Treibhauseffekt beschleunigt? Klimaschutz bedeutet also nicht nur: weniger Auto fahren und weniger Flugreisen, sparsamere Autos und Elektrogeräte kaufen (auch dann, wenn sich die höheren Anschaffungskosten vielfach nicht durch den geringeren Energiebedarf egalisieren) und häufiger auf Bahn, Bus oder Fahrrad umsteigen, sondern auch weniger Fleisch essen. Mit dem bevorzugten Kauf regionaler Produkte, die nicht über riesige Distanzen vom Erzeuger zum Verbraucher mit entsprechend hohem Energieaufwand transportiert werden, hat der verantwortungsbewusste Bürger weitere Möglichkeiten, seinen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft zu leisten. Mit anderen Worten: wir alle müssen unseren Lebensstil ändern - auch wenn diese Forderung unpopulär sein mag.

Eine hohe Verantwortung fällt natürlich auch der Politik zu, von der sich Wlaka in voller Übereinstimmung mit der ödp deutlich weitreichendere und konsequentere Schritte wünscht. Insbesondere der von der Bundesregierung beabsichtigte massive Neubau von Kohlekraftwerken steht in klarem Widerspruch zu den angepeilten Zielen zur Verringerung der Emission von Treibhausgasen. Eine Kritik, die sich auch gegen die Technischen Werke Friedrichshafen richtet, die ja bekanntlich ebenfalls in den Bau eines Kohlekraftwerkes investieren wollen. Wlaka und die Ökodemokraten fordern stattdessen absoluten Vorrang für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen, die nach Überzeugung Wlakas durchaus das Potential haben, die klassischen Energieträger weitgehend (und langfristig vollständig) zu ersetzen. Allerdings darf dies auf keinen Fall zu Lasten der Erzeugung von Nahrungsmitteln oder durch Raubbau an der Natur geschehen, wie bei der in Kressbronn geplanten Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung, die mit Öl befeuert werden soll, das zum größten Teil aus auf abgeholztem Regenwald angebauten Ölpflanzen erzeugt wird.

„Es ist noch nicht zu spät“, so Wlakas Resümee des Vortrags, „aber wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Die notwendigen Maßnahmen kosten viel Geld. Aber wenn wir nichts tun, oder zu wenig, oder zu spät damit beginnen, dann kostet es uns die Zukunft.“