Kreisverband Bodenseekreis

 

+++ Pressebericht vom 11. Januar 2001 +++

ödp fordert Nachbesserungen am Seewald-Kreisverkehr

Sofort handeln - Nicht erst Untersuchungsergebnisse im Frühjahr abwarten

Wozu noch länger testen? Mindestens sieben Unfälle in wenigen Monaten sprechen nach Auffassung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) eine deutliche Sprache: Der neue Kreisverkehr im Häfler Seewald entspricht nicht den heutigen Anforderungen an die Verkehrssicherheit.

Die ödp forderte deshalb auf ihrem letzten Treffen in Friedrichshafen sofortige Schritte, um die bekannten Gefahrenquellen weitgehend auszuschalten beziehungsweise abzuschwächen, und nicht erst den Abschluss der Untersuchungen des Straßenbauamts Überlingen im Frühjahr abzuwarten. "Unser aller Sicherheit darf nicht an vertretbaren Kosten scheitern", so die Häfler ödp-Stadträtin Christine Stuckenbrock. "Da dieser neue Kreisverkehr hauptsächlich für die erleichterte Zufahrt zum Flughafen gebaut wurde, müßte es für die Flughafengesellschaft eine Selbstverständlichkeit sein, sich an den damit verbundenen Kosten in einer angemessenen Höhe zu beteiligen."

Einer der Hauptkritikpunkte der ödp ist die zu enge Verkehrsführung des Kreises. Hier verstecken sich nach Auffassung der Häfler Ortsvorsitzenden und stellvertretenden Landtagskandidatin Sylvia Hiss die Verantwortlichen hinter Naturschutzaspekten: Nur aus Rücksicht auf die angrenzenden Bäume, um möglichst viele davon zu erhalten, wurde angeblich der Kreisel enger als unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit erforderlich angelegt. Angesichts der geringen Rücksichtsnahme auf Umweltbelange in den letzten Jahren - hier verwies die stellvertretende Kreisvorsitzende und Landtagskandidatin Annedore Schmid auf umstrittene Projekte wie die Zerstörung eines Großteils des Dornacher Waldes zugunsten des Straßenbaus oder die jährlichen Subventionen für den umweltschädlichsten Verkehr überhaupt - den Flugverkehr - erscheint der ödp diese Argumentation wenig glaubhaft.

Auch wenn ein solch grundlegender Planungsfehler nachträglich nur noch schwer zu bereinigen ist, so liesse er sich zumindest durch verschiedene Maßnahmen, wie etwa Änderungen bei den Ein- und Ausfahrten in den Kreis, noch mit vertretbaren Aufwand abschwächen. Für sinnvoll hält die ödp außerdem eine Vorverlegung der Hinweisschilder, um ein rechtzeitiges Anpassen der Geschwindigkeit zu erleichtern. Als dringendste Maßnahme fordert die ödp die umgehende Einrichtung einer Beleuchtung, wie sie in anderen Kreisverkehren generell üblich ist. Wie wichtig dies ist, zeigt allein die Tatsache, dass alle bisherigen Unfälle an dieser Stelle im Dunkeln geschehen sind. Da die dazu erforderlichen baulichen Maßnahmen bereits geschaffen und die Leerrohre für Leitungen schon verlegt sind, steht einer baldigen Verwirklichung dieser Forderung nur noch die Frage nach der Übernahme der Unterhaltskosten entgegen.

Bleibt also die Frage: Ist die Sicherheit der Bürger Stadt und Landkreis diese Kosten wert? Es muss in deren Interesse liegen, für die optimale Sicherheit von Messebesuchern und Fluggästen Sorge zu tragen.